Pressemitteilung OTaC Studie 2015

Stockholm, 5. Februar 2015   Die diesjährige Potentialpark-Studie OTaC zeigt: Herkömmliche Bewerbungswege könnten bald ausgedient haben. Kandidaten wollen nicht mehr nur nach Jobs suchen und meiden die Seiten und Systeme der Arbeitgeber, wenn sie können. 40% haben bereits einmal eine Online-Bewerbung abgebrochen. Karrierewebseiten verlieren gegenüber Review-Plattformen wie kununu und Glassdoor an Boden. Arbeitgeber investieren weiterhin in Bewerbungssysteme, die den Anforderungen von Kandidaten nicht gerecht werden. Kurz: Bei annähender Vollbeschäftigung unter Akademikern in Deutschland drohen mehr Stellen unentdeckt zu bleiben. Fresenius, Deutsche Telekom und EY erzielen Top-Rankings in der OTaC-Studie.

Arbeitgeber drücken noch mal die Schlummer-Taste

Für die Studie wurden 1153 Studenten und Absolventen in Deutschland befragt und die Online-Karriere-Kanäle von 161 Top-Arbeitgebern auf insgesamt 343 Kriterien untersucht. Die wichtigsten Ergebnisse zusammengefasst: Studenten und Absolventen in Deutschland stufen die Jobsuche vom dritt- zum acht-wichtigsten Kriterium auf einer Karrierewebseite herab. Aktives Suchen nach Stellen verliert an Attraktivität. Karrierewebseiten werden nicht mehr von 94%, sondern lediglich 84% der Kandidaten aktiv aufgesucht. „Jobs online zu suchen ist heutzutage aufwendig, und es liefert wenig akkurate Ergebnisse“, sagt Julian Ziesing, Studienleiter bei Potentialpark. „Es fällt im Vergleich zu anderen Online-Aktivitäten total aus der Zeit und führt bei heutigen Studenten und Absolventen zu Frust und Orientierungslosigkeit, die besonders die großen Arbeitgeber vor ungeahnte Herausforderungen stellen wird. Viele Stellen könnten schlicht nicht mehr von genügend passenden Bewerbern gefunden werden.“ Wichtiger schätzen Studenten Informationen zu den möglichen Karrierewegen im Unternehmen ein: Welcher Beruf passt zu mir, wo kann ich meine persönlichen Stärken ausspielen? Stellenanzeigen im Stil von Dienstanweisungen, kryptische Abteilungsnamen und aufgeblasene Jobtitel: Gerade jungen Bewerbern fehlt die Orientierung im Stellen-Dschungel. Außerdem erwarten sie bessere Hilfestellung zur Vorbereitung auf die Online-Bewerbung. 40% der Befragten haben sie nämlich schon einmal abgebrochen. Eine umfassende Erklärung zum Bewerbungsprozess bieten dahingegen nur 22 % der untersuchten Arbeitgeber.

Während die klassische Karrierewebseite an Bedeutung verliert, steigt die Beliebtheit von Bewertungsplattformen wie kununu (das zu Xing gehört) und Glassdoor. 26% der Befragten haben diese schon einmal ausprobiert, 82% finden die Idee von Arbeitgeber-Reviews gut. Gleichzeitig denken aber auch 64%, das negative Meinungen hier überrepräsentiert sind. Und zur Bewerbung müssen Kandidaten oft doch wieder zur Unternehmens-Seite zurück. 32% würden ihren Lebenslauf entsorgen und lieber ihr Professional-Network-Profil versenden. Nur 18% der Unternehmen bieten diese Funktion zurzeit an, und meist muss man bei diesen zusätzlich trotzdem noch CV und Anschreiben hochladen. Eine mobile Bewerbung mit Xing- oder LinkedIn-Profil bieten sogar nur 5% der untersuchten Unternehmen an, nicht signifikant mehr als im Vorjahr. Seit einem Jahr hat sich im Bereich der mobilen Bewerbungs-Lösungen wenig getan, zu wenig Arbeitgeber investieren hier.

Einige wenige Arbeitgeber arbeiten aber bereits an personalisierten Karrierewebseiten und innovativeren Bewerbungs-Wegen. Solche Lösungen könnten den Bewerber-Wettbewerb entscheiden.

Erste Schritte in die richtige Richtung – Die Sieger des OTaC Rankings

Die folgenden Arbeitgeber haben bereits eine Trendwende eingeleitet und machen es Bewerbern einfacher. Sie erzielen die höchste Punktzahl in der Untersuchung. Untersucht wurden neben den Karrierewebseiten und der Onlinebewerbung auch die Karrierepräsenzen auf sozialen und professionellen Netzwerken, die mobilen Karrierewebseiten und Apps.

Platz 1 Fresenius: Die kandidatenfreundlichste Online-Bewerbung und der umfassendste Social-Media-Auftritt sichern Fresenius den ersten Platz. Neben einer intuitiven Stellen-Übersicht bietet der Gesundheits-Konzern auch an, dass Kandidaten sich mit oder ohne Registrierung bewerben können.

Platz 2 Deutsche Telekom: Die informativste Karrierewebseite, ein Hilfs-Chat für spontane Fragen, fortschrittliche Stellenanzeigen und die beste mobile Seite, die es auch erlaubt, unterwegs Stellen zu finden und zu speichern. Die Deutsche Telekom sichert sich somit Platz 2.

Platz 3 EY: Rundum solider Auftritt auf allen Kanälen. Gute Beschreibungen der Einstiegsmöglichkeiten und Einblicke in den Arbeitsalltag. Beispielhafte Vorbereitung auf die Bewerbung: In 7 Schritten von der Stellenauswahl bis zum ersten Tag.

Die Ergebnisse stammen aus Potentialparks Studie „Online Talent Communication 2015“ (OTaC). Sie basieren auf über 343 Kriterien, die in einer repräsentativen Befragung von Bewerbern gewichtet wurden. Potentialpark erstellt jedes Jahr ein Ranking basierend auf diesen Ergebnissen. Das globale Marktforschungsinstitut sitzt in Stockholm.

Für mehr Informationen steht Ihnen Studienleiter Julian Ziesing gerne zur Verfügung.

+49-30-30368901

julian.ziesing@potentialpark.com